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GoPro Hero13: Versteckte Funktionen die kaum jemand kennt

30% der Hero13-Funktionen nutzen die meisten. Hier sind die Features, die fast niemand kennt – GP-Log, RAW-Audio, Scheduled Capture und mehr.

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cam2rent·10. Oktober 2026·6 Min. Lesezeit
GoPro Hero13: Versteckte Funktionen die kaum jemand kennt

Die GoPro Hero13 Black kann mehr, als du denkst

Die meisten Leute, die ihre GoPro Hero13 Black zu uns in den Verleih bringen, nutzen einen Bruchteil der Kamera. Manchmal schätze ich das sogar noch großzügig. Video-Modus, Record-Knopf, fertig. Und das bei einer Kamera, die ehrlich gesagt verdammt viel kann.

Ich sag das nicht, um jemanden schlecht zu machen. Ich hab das selbst jahrelang so gemacht — bis ich mal eine Stunde wirklich durch alle Menüs geklickt habe. Was da zum Vorschein kam, war überraschend.

Also. Hier sind die Funktionen der Hero13, die fast niemand kennt.

Horizon Lock: Nicht für alle, aber wenn, dann Gold

Horizon Lock stabilisiert nicht nur das Bild — die Horizontlinie bleibt absolut gerade, egal wie stark du die Kamera kippst. Klingt nach Spielerei. Beim Biken oder Skifahren ist es das nicht, weil das Footage sonst schwingt wie ein Pendel.

Aktivierung: Video-Modus → Stabilisierung → Horizon Lock

Wichtig: Horizon Lock beschneidet das Bild stärker als normale Stabilisierung. Das Sichtfeld wird dadurch merklich enger. Weites Bildfeld? Falsche Wahl. Biketrails auf engen Pfaden? Richtig.

Power Tools: Der Pro-Modus, den du wahrscheinlich ignoriert hast

Unter Einstellungen → Kamera → Pro-Modus versteckt sich ein ganzes Untermenü, das die meisten nie aufmachen. Drinnen: manuelle Belichtungszeit, ISO-Grenzen, Weißabgleich. Alles, was du brauchst, um nicht mehr auf Automode angewiesen zu sein.

Konkret nützlich zum Beispiel bei Wasseraufnahmen — Auto-ISO dreht bei dunklem Wasser gerne hoch, das Bild wird matschig. ISO manuell begrenzen, und der Unterschied in der Nachbearbeitung ist enorm. Die ISO-Begrenzung allein ist ein Grund, dieses Menü zu kennen.

GP-Log: Nur wenn du wirklich colorgraden willst

GP-Log ist GoPros Flachprofil. Weniger Kontrast, mehr Dynamikumfang — dafür sieht das Bild direkt aus der Kamera grau und leblos aus. Das ist Absicht.

Aktivierung: Video → Farbe → Flat (GP-Log)

Wann sinnvoll: wenn du in Lightroom oder Premiere arbeitest und das Footage selbst einfärben willst. Wenn du Clips direkt auf Instagram stellst, lass GP-Log lieber aus. Ohne Grading sieht das einfach schlecht aus, und viele fragen sich dann, warum die Kamera so schlechte Farben hat. Die Kamera macht das nicht schlechter. Du machst es nur halbfertig. (Was übrigens erstaunlich vielen Leuten passiert.)

INFO

Profi-Tipp: Kombiniere GP-Log mit einer ISO-Obergrenze aus den Power Tools. GP-Log zieht bei hohem ISO mehr Rauschen — das doppelt sich dann unangenehm auf.

RAW-Audio: Für alle, die später schneiden

In den Audio-Einstellungen gibt es eine Option, die kaum jemand kennt: RAW-Audio aufzeichnen. Eine separate, unkomprimierte Audiodatei wird neben dem Video gespeichert.

Einstellungen → Audio → RAW-Audio: An

Wofür? Wer in DaVinci Resolve oder Premiere schneidet und Noise Reduction oder Equalisierung macht, hat mit RAW deutlich mehr Spielraum. Die komprimierte Spur im normalen Video reicht fürs direkte Posten. Aber wer Voiceover schneidet oder den Ton wirklich gut haben will: RAW an.

Nebenbei — die eingebauten Mikrofone der Hero13 sind besser als ihr Ruf, besonders mit Windschutz im Gehäuse. Mit RAW-Audio holt man da nochmal einiges raus.

Scheduled Capture: Die Kamera filmt, während du schläfst

Kein Witz. Unter Einstellungen → Timelapse → Scheduled Capture kann man der Kamera sagen, wann sie anfangen soll zu filmen und wie lange. Kamera hinstellen. Stativ. Schlafen gehen.

Ich hab das selbst mal für einen Sonnenaufgang am Wannsee benutzt. Aufgestanden, Kamera schon fertig. Wäre ich selbst da gestanden, hätt ich nach zehn Minuten frierend aufgegeben.

Ladestand vorher checken. Bei Kälte lieber Powerbank anschließen — Kälte zieht den Akku deutlich schneller leer als man denkt.

Hinweis-Funktion: Das unterschätzte Gedächtnis

Unter Voreinstellungen → Hinweise kann man sich beim Einschalten Texte anzeigen lassen. Klingt trivial, ist aber praktisch: „ND-Filter aufgesetzt? Speicherkarte drin?" — genau die Dinge, die man im Aufregungsmoment vergisst. Manche Leute, die bei uns mieten, kommen ohne Speicherkarte an. Eine Erinnerung beim Start hätte das verhindert.

360-Hinweisrahmen: Für Reframers ein echtes Hilfsmittel

Wenn du in 4:3 oder 8:7 Seitenverhältnis filmst, zeigt die Kamera optional einen Rahmen im Display, der das finale 16:9-Bild markiert. Der Rest des Sensors nimmt trotzdem alles auf.

Video → Seitenverhältnis → 8:7 → Overlay: An

Du siehst live, ob dein Motiv im finalen Schnitt noch drauf ist. Ohne Rahmen schwenkst du manchmal zu weit und schneidest später den Kopf ab. Mit Rahmen weißt du's sofort. Wobei man sagen muss: Wer das einmal aktiviert hat, schaltet es nie wieder ab.

Auto-Upload: Funktioniert, aber mit einem Haken

Die Hero13 kann über WLAN automatisch auf die GoPro-Cloud uploaden, sobald sie geladen wird. Einstellungen → Wireless → Auto-Upload

Für viele Leute ist das praktisch. Aber es braucht ein laufendes GoPro-Abo — und es uploadt alles, auch die zehn Testclips und den versehentlichen Daumenfilm. Vielfilmer, die wirklich alles sichern wollen: aktivieren. Allen anderen empfehle ich, manuell zu bleiben.

Belichtungssperre: Der kleine Trick bei Gegenlicht

Bei schwierigem Licht — Gegenlicht, heller Himmel, dunkles Motiv — kann man im Live-Bild auf einen bestimmten Bereich tippen und die Belichtung dort einrasten lassen. Lang drücken auf die Stelle, bis das AE/AWB-Lock-Symbol erscheint.

Kein verstecktes Menü, eher eine versteckte Geste. Ich erkläre das bei fast jeder Kameraübergabe bei cam2rent. Fast immer kommt: „Oh, das wusste ich nicht."

GP-Log + LUT: Das Paket, das viele vergessen

GoPro stellt auf ihrer Website kostenlose LUTs (Look-Up-Tables) bereit, die auf GP-Log abgestimmt sind. Wer GP-Log aktiviert, sollte die runterladen — das ist der schnellste Weg zu einem anständig aussehenden Bild, ohne stundenlange manuelle Grading-Arbeit. Kostenfrei, auf der GoPro-Website unter Downloads. Ein überraschend kleiner Teil der GP-Log-Nutzer kennt das.

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